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Belgrad / Serbien

Serbien entwickelt sich zum neuen Fintech-Zentrum Südosteuropas

Das renommierte britische Fachportal The Fintech Times veröffentlichte eine Analyse, in der Serbien und insbesondere Belgrad als potenzieller neuer Fintech-Hub Südosteuropas identifiziert werden. In dem Artikel wird die Entwicklung des serbischen Technologiesektors, das Wachstum der Exporte von IKT-Dienstleistungen und die zunehmend wichtige Rolle heimischer Unternehmen auf dem internationalen Markt analysiert. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Analyse ist die Prognose, dass das serbische BIP pro Einwohner*in in diesem Jahr rund 15.000 US-Dollar erreichen wird. Der Autor führt dies auf kontinuierliches Wirtschaftswachstum und gestiegene Investitionen im vergangenen Jahrzehnt zurück. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Informations- und Kommunikationssektor, der zu den am schnellsten wachsenden Exportbranchen Serbiens zählt. Nach Angaben von The Fintech Times belaufen sich die jährlichen Exporte von IKT-Dienstleistungen auf mehrere Milliarden US-Dollar. Der Sektor gewinnt damit als Devisenbringer zunehmend an Bedeutung und kann hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Relevanz bereits mit traditionellen Branchen mithalten. In der Analyse wird festgestellt, dass sich Serbien zunehmend als Land positioniert, das über eine gut ausgebaute Basis an Ingenieur*innen, Programmierer*innen und Technologieunternehmen verfügt, die Produkte für den internationalen Markt entwickeln können. Außerdem wird der Charakter des serbischen Fintech-Ökosystems hervorgehoben. Im Gegensatz zu Märkten, in denen Technologieunternehmen im Finanzsektor hauptsächlich auf lokale Bedürfnisse ausgerichtet sind, konzentrieren sich einige serbische Unternehmen von Anfang an auf Kund*innen und Märkte außerhalb des Landes.

Prag / Tschechien

Hohe Haushaltsüberschüsse lassen Prags Rücklagen wachsen

In den vergangenen Jahren hat Prag regelmäßig hohe Haushaltsüberschüsse erzielt und Schulden abgebaut. 2023 lag der Überschuss bei rund 1,17 Milliarden Euro, 2024 bei etwa 918 Millionen Euro und im vergangenen Jahr bei ungefähr 967 Millionen Euro. Die Stadt verwendet einen Teil der Mittel für die zukünftigen Budgets, verteilt Geld an die Stadtbezirke und hält weitere Beträge für geplante Investitionen zurück. Dazu gehören große Vorhaben wie der Bau der U-Bahn-Linie D und die Fertigstellung des inneren Stadtrings. Insgesamt befinden sich Projekte im Wert von rund 20 Milliarden Euro in Vorbereitung oder haben bereits begonnen. Gleichzeitig sinkt die Verschuldung bei der Europäischen Investitionsbank, bei der die Stadt unter anderem für den Wiederaufbau nach der Flut von 2002 und für den Ausbau der U-Bahn Kredite aufgenommen hatte. Der Schuldenstand erreichte 2013 mit 1,38 Milliarden Euro seinen Höchststand und lag Ende vergangenen Jahres nur noch bei etwa 190 Millionen Euro. Das Finanzministerium kritisiert die hohen Überschüsse, weil die Stadt ihr Investitionspotenzial nicht ausreichend nutze. Auch die Opposition bemängelt, dass die umfangreichen Rücklagen bisher nicht stärker in konkrete Investitionen für die Bevölkerung fließen würden. Die Stadt verweist dagegen auf die hohen Kosten der geplanten Projekte und die geringe finanzielle Beteiligung des Staates. 

Zagreb / Kroatien

Stadt Zagreb fördert Klimaschutz-Projekte junger Menschen

​Die Stadt Zagreb eröffnet am 24. August eine Ausschreibung für Projekte, bei denen junge Menschen Lösungen für klimabezogene Herausforderungen entwickeln. Die Förderungen belaufen sich auf 2.000 bis 4.000 Euro pro Projekt. Gefördert werden Aktivitäten zur Anpassung an den Klimawandel sowie zu Hitzewellen, schweren Unwettern, Dürren und Überschwemmungen, zur Entwicklung grüner und blauer Infrastruktur sowie zum Schutz der urbanen Biodiversität. Anträge können bis ​5. Oktober auf der Website der Stadt Zagreb eingereicht werden. Antragsberechtigt sind Schulen, Jugendverbände, Organisationen der Zivilgesellschaft und andere gemeinnützige juristische Personen, die mit jungen Menschen arbeiten. Jedes Projekt muss von mindestens zwei Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren entwickelt und umgesetzt werden. Ein*e Antragsteller*in kann für höchstens drei voneinander unterschiedliche Projekte eine Förderung erhalten, wobei diese von unterschiedlichen Gruppen junger Menschen durchgeführt werden müssen. Die ausgewählten Projekte werden von November 2026 bis 15. April 2027 umgesetzt. Die Ergebnisse werden am Tag der Erde vorgestellt. Die Stadt Zagreb wird für Interessierte einen zusätzlichen Workshop zur Unterstützung bei der Ausarbeitung der Projektanträge organisieren. Die Stadt beteiligt sich über den Youth Climate Action Fund, eine globale Initiative von Bloomberg Philanthropies, an dem Programm. Für die Umsetzung des Programms erhält die Stadt 50.000 US-Dollar, die gezielt für die Förderung von Jugendprojekten eingesetzt werden.​

Prag / Tschechien

Zehntausende feierten bei der Prague Pride

Die traditionelle Pride-Parade fand heuer am Samstag, dem 8. August, in Prag statt und bildete den Höhepunkt des einwöchigen Festivals zur Unterstützung der Rechte von LGBTQIA+-Personen. Laut Veranstalter*innen nahmen wie im Vorjahr rund 45.000 Menschen teil. Die Teilnehmenden versammelten sich am Vormittag auf dem Wenzelsplatz und gedachten mit einer Schweigeminute der Opfer des jüngsten Angriffs auf eine ähnliche Veranstaltung in Berlin. Die Sicherheitsvorkehrungen waren deshalb deutlich verstärkt worden. Hunderte Polizist*innen und ein Antikonflikt-Team begleiteten die Veranstaltung, die ohne Zwischenfälle verlief. Vereinzelte Gegenproteste entlang der Route blieben friedlich. Der mehr als zweistündige Umzug führte durch die Prager Innenstadt bis zur Insel Štvanice, wo das Festival mit Konzerten, Diskussionsrunden und Informationsangeboten fortgesetzt wurde. Aufgrund rückläufiger Unternehmensförderung wurde erstmals ein freiwilliger Eintrittsbeitrag von rund acht Euro eingehoben. Zudem stand das Festival erstmals seit Jahren nicht unter der Schirmherrschaft eines Regierungsmitglieds. Die Organisator*innen betonten, weiterhin auf die Situation von LGBTQIA+-Personen in Tschechien und die aus ihrer Sicht notwendigen rechtlichen Verbesserungen aufmerksam machen zu wollen. Unterstützung erhielt die Veranstaltung unter anderem vom Prager Oberbürgermeister Bohuslav Svoboda (ODS – Bürgerdemokratische Partei), der Regierungsbeauftragten für Menschenrechte Taťána Malá (ANO - Ja) sowie dem Prager Verkehrsstadtrat Jaromír Beránek (Piratenpartei). Ferner nahmen Vertreter*innen der Piratenpartei, von STAN und der Grünen an der Veranstaltung teil. ​