Höchste Wohnkosten in Prag im Europa-Vergleich

4.9.2026

Prag gehört bei der Bezahlbarkeit von Wohnraum zu den problematischsten Metropolen Europas. Eine aktuelle Analyse des Prager Instituts für Planung und Entwicklung (IPR) zeigt, dass der Erwerb einer eigenen Wohnung – gemessen am Einkommen – in keiner der zwölf untersuchten europäischen Städte schwieriger ist. Für eine Eigentumswohnung müssen Prager*innen mehr als 13 durchschnittliche Bruttojahresgehälter aufbringen. Auch auf dem Mietmarkt ist die Belastung hoch. Die Miete einer 60 Quadratmeter großen Wohnung entspricht rund 40 Prozent des Durchschnittseinkommens – im Vergleich zu München mit 28 und in Wien mit 14 Prozent. Gleichzeitig bleibt der kommunale Wohnungsbau bislang deutlich hinter dem Bedarf zurück. Die 2020 gegründete Prager Entwicklungsgesellschaft PDS erhielt im Juli 2026 ihre erste rechtskräftige Baugenehmigung für 22 Wohnungen, mit deren Bau allerdings noch nicht begonnen wurde. Seit 2019 werden von der Stadt und ihren Bezirken jährlich lediglich etwa 50 bis 60 kommunale Wohnungen fertiggestellt. Prag verfügt heute über rund 29.800 kommunale Wohnungen, die lediglich 4,1 Prozent des gesamten Wohnungsbestands ausmachen. 1991 waren es noch fast 194.000. Die Stadt setzt zur Verbesserung der Situation unter anderem auf den neuen Metropolplan, der langfristig Flächen für bis zu 350.000 zusätzliche Wohnungen ermöglichen könnte.​

Quelle: seznamzpravy.cz, Prag